Der Euro erlitt ja in der letzten Zeit einen sehr deutlichen Ruck nach unten. Die Talfahrt wurde letztendlich nur durch die Ankündigung über den Yuan aufgehalten, der in Zukunft einen eigenständigen Wechselkurs flexibel durch die chinesische Notenbank vollziehen will. Dadurch will sich der Yuan von der Abhängigkeit zum US-Dollar abkapseln. Durch die Spekulationen über den Schuldenberg der EU hatte der Euro ja seinen tiefsten Stand seit vielen Jahren hinnehmen müssen und schloss mit knapp 1,18 Dollar ab. Obwohl er sich mittlerweile ein wenig erholt hatte, liegt er mit knapp 1,26 Dollar dennoch deutlich über dem Kurs am Anfang des Jahres. Dabei ist es in der Tat so, dass die Exportchancen in Ländern, wo der Kurs der Währung eher niedrig ist, deutlich höher sind, als in Ländern mit einem starken Kurs.
Bis dato hatte man China vorgeworfen, dass sie den Kurs ihrer Währung mit Absicht gering halten, um so die Exporte zu erhöhen und mehr Umsatz zu machen. Wer jetzt nach der Erholung des Euros jedoch die Kreditkarte zücken will, um günstig einzukaufen sollte dennoch wissen, dass der Kurs des Euros Anfang 2010 bei 1,44 Dollar lag, was natürlich noch immer deutlich höher war, als es derzeit der Fall ist. Auf die Veränderung reagierten Investoren mit vielen Käufen. Doch durch die Talfahrt des Euros konnten und können auch viele Unternehmen profitieren, denn für ausländische Käufer wird der Import aus dem EU-Raum wieder interessanter. Dadurch werden natürlich in weiterer Folge höhere Exportgewinne für Unternehmen in EU-Ländern verbucht. Gerade Exporte in den Raum des US-Dollars werden so erheblich erhöht. Es ist jedoch nicht alles Gold was glänzt, denn durch den schwächeren Euro wird beim Einkauf natürlich mehr ausgegeben müssen, was sich gerade am Rohölmarkt stark auswirken wird.
Es ist anzunehmen, dass die Preise in diesem Bereich steigen werden. Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass man es vorgezogen hätte einen extrem starken Euro zu haben und vielleicht ein wenig geringere Exporte, anstatt einem riesigen Finanzloch durch die verschuldeten Staaten der Europäischen Union gegenüber stehen zu müssen. Es wird mit Sicherheit weiter mit Tagesgeld, Aktien und Anleihen am Finanzmarkt gehandelt werden, denn unabhängig von der schwierigen Wirtschaftslage muss das System ja weiter laufen, zumindest wird dadurch der völlige Einbruch der Wirtschaft verhindert. Neue Lösungen müssen dennoch gefunden werden.